Die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum und der Deutsche Orden

Wallfahrtskirche Maria Birnbaum

Nach fast 200 Jahren kehrte der Deutsche Orden zurück. Die Deutsche Brüderprovinz errichtete im Oktober 1998 eine Niederlassung im Kloster Maria Birnbaum, Sielenbach, Landkreis Aichach-Friedberg. Die Seelsorge an der Wallfahrtskirche wurde zum 1. Januar 1999 übernommen. Deutsch-Ordens-Brüder der nahegelegenen Kommende Blumenthal planten und bauten die Wallfahrtskirche "7 Schmerzen Mariens" Mitte des 17. Jahrhunderts. Bis zur Säkularisation wurde sie vom Deutschen Orden seelsorglich betreut. Schloß Blumenthal ist jetzt zum Teil Altenheim, geleitet von Schwestern des Deutschen Ordens.

Geschichte der Wallfahrt

Nach 1600 hatten die Bewohner des Schlosses Stuntzberg in einem Weinberg ein kleines, wenige Jahre zuvor geschnitztes, Vesperbild (Pieta) aufgestellt. 1632 wurde das Bild von schwedischen Truppen in das sog. Jochmoos am Fuß des Berges geworfen, aus dem es der Dorfhirte von Sielenbach, Johann Vogl, herausholte und in einen hohlen Birnbaum neben der Straße stellte. Ende des Jahres 1659 ereignete sich eine erste Wunderheilung: Einer Frau Anna aus Meran in Südtirol erschien das kleine Vesperbild im Traum. Als sie es gefunden hatte, wurden sie und ihr Sohn geheilt. Wenig später erhielt die taubstumme Magdalena Schnader am Birnbaum die Sprache wieder. In der Folge setze eine große Wallfahrt zu "Unser Lieben Fraw im Pürnbaum" ein.

7 Schmerzen Mariens

Philipp Jakob von Kaltenthal, Komtur der Deutschordenskommende Blumenthal, auf deren Grund das Bild nun stand, beschloss den Birnbaum mit dem Gnadenbild durch eine "ansehnlich große kirche" zu umfassen und errichtete ab 1661 den Bau der Kirche, den der Freisinger Weihbischof Kaspar Kühner 1668 weihte. Die Seelsorge übernahmen zunächst Geistliche von Sielenbach und Klingen, später ab 1670 bis zur Säkularisation Deutschordens-Priester. 1685 wurde die Bruderschaft zu den 7 Schmerzen Mariens gegründet, der heute noch fast 2000 Mitglieder angehören. 1803 sollten Kirche und Wallfahrt aufgelöst werden, doch die Bauern der Umgebung übernahmen die Baulast bis die Gemeinde Sielenbach später die Kirche kaufte. 1867/68 erhielten die Kapuziner die Wallfahrt. Am 4. November 1984 wurden sie abgezogen. Am 11. Oktober 1998 übernahm der Deutsche Orden wieder die Wallfahrtskirche. Er setzte das Konventgebäude in Stand und errichtete eine Wallfahrtsgaststätte sowie einen Klosterladen, um die Wallfahrt zu beleben. 2001 wurde zudem das Noviziat der deutschen Brüderprovinz nach Maria Birnbaum verlegt.

Die Kirche

Kaltenthal hat den Bau mit vielen Anlehnungen an die italienische Architektur entworfen und mit einheimischen Baumeistern umgesetzt. Die Formensprache paßt nicht zum Entstehungsjahr 1661. Der barocke Bau greift seiner Zeit weit vor. Erst im 18. Jahrhundert entstehen in Bayern weitere Kirchen mit ähnlicher Architektur. Helle, lichte Rundkörper, ineinander greifend und gekrönt von einer Rotunde in der Form des römischen Pantheons bilden einen Raum, der die Gedanken hinlenkt zu Höherem. Maria Birnbaum ist die steingewordene Vision eines Einzelnen - zur Ehre der Gottesmutter Maria.

1661 war Baubeginn, schon 1662 konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden, 1668 wurde die Kirche geweiht, nach 1670 wurden die barocken Altäre errichtet. Ab 1670 übernahmen Deutsch-Ordens Priester die Seelsorge bis zur Säkularisation. Während dieser Zeit mußte der Bau mehrmals grundlegend saniert werden. 1803 sollten Kirche und Wallfahrt aufgelöst werden, aber die Bauern der Umgebung übernahmen sie mit allen Verpflichtungen. 1867 sollte die Kirche aufgrund von Einsturzgefahr abgerissen werden, aber die Bauern setzten Reparatur und Wiedereröffnung durch.

Kapuziner erhielten die Wallfahrt übertragen, 1984 wurden die Mönche abgezogen. Seitdem war das Kloster verwaist, die Wallfahrt wurde von der Pfarrei Sielenbach mit betreut. Zwischen 1972 und 1980 ist die Kirche restauriert worden und hat heute wieder den Glanz, von dem der Visionär Kaltenthal träumte.