Orden
 

Kommende Frankfurt - Sachsenhausen


Die zerstörte ehemalige Kommende wurde 1958 vom Deutschen Orden rückerworben, seit 1963 leben und wirken wieder Priester des Deutschen Ordens in Frankfurt. Das Priorat wurde 1998 nach Weyarn verlegt. Mit den Brüdern leben auch Deutsch-Ordens Schwestern in der Kommende. Seelsorglich wird die Pfarrei "Deutschorden" (Maria Himmelfahrt) von den Brüdern betreut.


Konvent, Noviziat, und Pfarrseelsorge

Superior Pater Jörg Weinbach OT

Brückenstraße 3 a
60594 Frankfurt

+49 (0) 69 60503-111

+49 (0) 69 60503-118



Geschichte der Kommende Frankfurt

Im Jahr 1221 übernahm der Deutsche Orden das 1193 erstmals urkundlich erwähnte Münzenbergische Spital, damit begann die Geschichte des Ordens in Frankfurt. Obwohl zur gleichen Zeit sechs Klöster anderer Orden in Frankfurt entstanden, wuchs das Ansehen des Deutschen Ordens ständig. Er erfreute sich größter Beliebtheit und Vertrauens in der Bevölkerung. So kam es zu reichen Stiftungen. Die Ordensbrüder ihrerseits mühten sich um die Schönheit der Gottesdienste, betreuten Kranke, Arme sowie Fremde und Pilger. In diesen Rahmen gehört auch der Bau der Elisabethenkapelle südlich der Kommende 1269/70, deren Einrichtung - Altar, Kelch - von frommen Gläubigen gestiftet wurde. 1309 erbaut der Orden eine "prachtvolle Kirche".

Große Bedeutung besaß die Kommende für den Orden schon recht früh, denn noch im 13. Jahrhundert fanden in ihren Mauern mindestens 3 Generalkapitel (höchstes Leitungsgremium des Ordens) statt. 1324 lebten hier neun Ritter- und vier Priesterbrüder, im 15. Jahrhundert durchschnittlich acht bis zehn Brüder, 1513 lebten unter Leitung des Komturs Walter von Kronberg, des späteren Hochmeisters, acht Ritter- und sechs Priesterbrüder im Konvent. Im Auf und Ab der wechselvollen Ordens- und Stadtgeschichte war der Konvent fest in das wirtschaftliche und religiöse Leben der Stadt eingebunden.

Reformationszeit
In den Wirren der Reformationszeit und beim Offenen Aufruhr 1525 wurde die Kommende zwar verbal bedroht, blieb aber von Angriffen verschont. Im Jahre 1530 kommt es zu neuen Tumulten in der Stadt gegen die sogenannten Altgläubigen. Von April 1533 bis zum Augsburger Interim 1548 durften auch im "Deutschen Haus" keine katholischen Messen und andere Gottesdienste mehr stattfinden. Danach war die Kommende eine "katholische Insel" in der Evangelisch-Lutherischen Frankfurter Umgebung, denn die Brüder gingen auch weiterhin ihren Diensten nach. Südlich des Mains war die Kommende der einzige Ort, an dem Katholiken den Gottesdienst mitfeiern und die Sakramente empfangen konnten.

Im späteren wurde die Kommende wiederholt bei Kriegsereignissen in Mitleidenschaft gezogen. So diente z.B. die Kirche bei der Belagerung Sachsenhausens 1552 als Magazin. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie von den Schweden profaniert (entweiht). Nach dem Verlust Preußens wurde Mergentheim neue Ordenszentrale und Sachsenhausen erlebte immer mehr eine Zeit des Niedergangs. So dürfte sich im Laufe des 16. Jahrhunderts der Konvent aufgelöst haben, zumal nach 1589 keine Ordenspriester mehr zur Verfügung standen.

Umbauten
1709 wurde das alte Ordenshaus abgerissen und im barocken Stil neu errichtet, um den Ansprüchen der hochadligen Ritter nach fürstlicher Repräsentation zu entsprechen. Diese Fassade bestimmt heute noch das äußere Bild der Kommende.

Der Hochmeister Clemens August von Bayern, Kurfürst von Köln, barockisierte um 1750 die alte, gotische Kirche. Der Hochmeister Erzherzog Karl Ludwig vermietete 1803 große Teile der Kommende an den Fürsten Friedrich August von Nassau-Usingen, da die Stadt Frankfurt der Aufforderung Napoleons die Güter des Deutschen Ordens einzuziehen, nicht unverzüglich nachkam. Mit der Aufhebung des Deutschen Ordens durch Napoleon am 24. April 1809 endete vorläufig die Geschichte des Ordens in der Kommende Frankfurt. Nach dem Wiener Kongreß wurde sie als einziges Haus in den Rheinbundstaaten an den Orden zurückgegeben.

Am 16. März 1881 ging die Kommende in den Besitz der Frankfurter Katholischen Gemeinden über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schon beim ersten Großangriff schwer beschädigt. Am 4. Oktober 1943 brannte das Dach des Ordenshauses aus, später fielen weitere Spreng- und Brandbomben auf das Trümmerfeld und hinterließen eine Ruine. Erst nach dem Rückerwerb durch den Deutschen Orden wurde die Kommende wieder aufgebaut. Die historischen Außenmauern wurden restauriert; im Innern errichtete der Deutschherrenbund einen neuen Gebäudekomplex. Die neue/alte Kommende wurde am 16. Mai 1965 durch den damaligen H.H. Hochmeister, Dr. Marian Tumler, geweiht.