Orden
 

Konvent Maria Birnbaum


Nach fast 200-jähriger Unterbrechung betreuen seit 1998 wieder Brüder vom Deutschen Haus die vom Rathsgebietiger der Deutschordens-Balley Franken Philipp Jakob von Kaltenthal erbaute Wallfahrtskirche "Unserer Lieben Frau im Birnbaum".
Der Marienwallfahrtsort geht zurück auf zwei Wunderheilungen in den Jahren 1659 und 1660, vor einer in einen hohlen Birnbaum gestellten Pietà. Viele Votivtafel geben Auskunft von Gebetserhörungen und Hilfe die seither hier erfahren wurden. Noch heute befindet sich ein Teil des Birnbaumstammes mit dem Gnadenbild im Hochaltar.
Um diesem Gnadenbild einen würdigen Rahmen zu geben, errichtete Philipp Jakob von Kaltenthal zwischen 1661 und 1668 um den Birnbaum herum den frühbarocken Bau, der an eine russische Kirche erinnert. Vorbild dieser von Constantin Pader entworfenen ersten Kuppelkirche nördlich der Alpen war das Pantheon in Rom, wobei witterungsbedingt statt der Öffnung in der Kuppel ein Apostelturm aufgesetzt wurde.
Wie der gesamte Ordensbesitz in Deutschland ging die Wallfahrtskirche in der Säkularisierung 1803 verloren. Als man Kirche und Wallfahrt wegen inzwischen eingetretener Baufälligkeit auflösen wollte, übernahmen Bauern der Umgegend die Baulast; später ging sie auf die Gemeinde über. Von 1867 bis 1984 erhielten Kapuziner die Wallfahrt.
Nach 14 Jahren unter Verwaltung der Pfarrgemeinde ging sie 1998 wieder in den Besitz des Deutschen Ordens über. Er setzte das von den Kapuzinern stammende Konventgebäude wieder in Stand. 2001 wurde zudem das Noviziat der deutschen Brüderprovinz nach Maria Birnbaum verlegt, wodurch die Bedeutung dieses Ortes als geistliches Zentrum unterstrichen wird.

Konvent, Seelsorge an der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum und Pfarrseelsorge

Superior Pater Michael De Koninck OT

Maria-Birnbaum-Straße 51
86577 Sielenbach

+49 (0) 8258 9985-0

+49 (0) 8258 9985-10

Mail

Homepage



Hauptfeste in Maria Birnbaum

40 - stündiges Gebet Sonntag bis Dientag vor Aschermittwoch
Unsere Liebe Frau vom Deutschen Haus in Jerusalem
(Festhochamt zum Ordenshochfest)
6. Februar
Hauptfest des blauen Bundes und des Totenbundes
(Bruderschaftsgottesdienst mit Prozession)
Ostermontag
Patrona Bavariae
(Festhochamt)
1. Mai
Mariä Himmelfahrt
(Bruderschaftsgottesdienst)
15. August
Sieben Schmerzen Mariens
(Patrozinium)
15. September
Weihetag der Wallfahrtskirche 14. Oktober

Klostergaststätte

  • 90 Sitzplätze
  • Terrasse
  • Biergarten


Die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum und der Deutsche Orden

Nach fast 200 Jahren kehrte der Deutsche Orden zurück. Die Deutsche Brüderprovinz errichtete im Oktober 1998 eine Niederlassung im Kloster Maria Birnbaum, Sielenbach, Landkreis Aichach-Friedberg. Die Seelsorge an der Wallfahrtskirche wurde zum 1. Januar 1999 übernommen. Deutsch-Ordens-Brüder der nahegelegenen Kommende Blumenthal planten und bauten die Wallfahrtskirche "7 Schmerzen Mariens" Mitte des 17. Jahrhunderts. Bis zur Säkularisation wurde sie vom Deutschen Orden seelsorglich betreut. Schloß Blumenthal ist jetzt zum Teil Altenheim, geleitet von Schwestern des Deutschen Ordens.

Geschichte der Wallfahrt

Nach 1600 hatten die Bewohner des Schlosses Stuntzberg in einem Weinberg ein kleines, wenige Jahre zuvor geschnitztes, Vesperbild (Pieta) aufgestellt. 1632 wurde das Bild von schwedischen Truppen in das sog. Jochmoos am Fuß des Berges geworfen, aus dem es der Dorfhirte von Sielenbach, Johann Vogl, herausholte und in einen hohlen Birnbaum neben der Straße stellte. Ende des Jahres 1659 ereignete sich eine erste Wunderheilung: Einer Frau Anna aus Meran in Südtirol erschien das kleine Vesperbild im Traum. Als sie es gefunden hatte, wurden sie und ihr Sohn geheilt. Wenig später erhielt die taubstumme Magdalena Schnader am Birnbaum die Sprache wieder. In der Folge setze eine große Wallfahrt zu "Unser Lieben Fraw im Pürnbaum" ein.

Philipp Jakob von Kaltenthal, Komtur der Deutschordenskommende Blumenthal, auf deren Grund das Bild nun stand, beschloss den Birnbaum mit dem Gnadenbild durch eine "ansehnlich große kirche" zu umfassen und errichtete ab 1661 den Bau der Kirche, den der Freisinger Weihbischof Kaspar Kühner 1668 weihte. Die Seelsorge übernahmen zunächst Geistliche von Sielenbach und Klingen, später ab 1670 bis zur Säkularisation Deutschordens-Priester. 1685 wurde die Bruderschaft zu den 7 Schmerzen Mariens gegründet, der heute noch fast 2000 Mitglieder angehören. 1803 sollten Kirche und Wallfahrt aufgelöst werden, doch die Bauern der Umgebung übernahmen die Baulast bis die Gemeinde Sielenbach später die Kirche kaufte. 1867/68 erhielten die Kapuziner die Wallfahrt. Am 4. November 1984 wurden sie abgezogen. Am 11. Oktober 1998 übernahm der Deutsche Orden wieder die Wallfahrtskirche. Er setzte das Konventgebäude in Stand und errichtete eine Wallfahrtsgaststätte sowie einen Klosterladen, um die Wallfahrt zu beleben. 2001 wurde zudem das Noviziat der deutschen Brüderprovinz nach Maria Birnbaum verlegt.

Die Kirche

Kaltenthal hat den Bau mit vielen Anlehnungen an die italienische Architektur entworfen und mit einheimischen Baumeistern umgesetzt. Die Formensprache paßt nicht zum Entstehungsjahr 1661. Der barocke Bau greift seiner Zeit weit vor. Erst im 18. Jahrhundert entstehen in Bayern weitere Kirchen mit ähnlicher Architektur. Helle, lichte Rundkörper, ineinander greifend und gekrönt von einer Rotunde in der Form des römischen Pantheons bilden einen Raum, der die Gedanken hinlenkt zu Höherem. Maria Birnbaum ist die steingewordene Vision eines Einzelnen - zur Ehre der Gottesmutter Maria.

1661 war Baubeginn, schon 1662 konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden, 1668 wurde die Kirche geweiht, nach 1670 wurden die barocken Altäre errichtet. Ab 1670 übernahmen Deutsch-Ordens Priester die Seelsorge bis zur Säkularisation. Während dieser Zeit mußte der Bau mehrmals grundlegend saniert werden. 1803 sollten Kirche und Wallfahrt aufgelöst werden, aber die Bauern der Umgebung übernahmen sie mit allen Verpflichtungen. 1867 sollte die Kirche aufgrund von Einsturzgefahr abgerissen werden, aber die Bauern setzten Reparatur und Wiedereröffnung durch.

Kapuziner erhielten die Wallfahrt übertragen, 1984 wurden die Patres abgezogen. Seitdem war das Kloster verwaist, die Wallfahrt wurde von der Pfarrei Sielenbach mit betreut. Zwischen 1972 und 1980 ist die Kirche restauriert worden und hat heute wieder den Glanz, von dem der Visionär Kaltenthal träumte.