Neubeginn der Brüderprovinz 1945
![]() |
|
P. Ildefons Pauler OT |
Nachdem der Deutsche Orden durch die Säkularisation mit Ausnahme der
Kommende Frankfurt - die 1881 an die Katholische Gemeinde Frankfurt verkauft
wurde - seinen gesamten Besitz in Deutschland verloren hatte, hörte er
hier faktisch zu existieren auf. Lediglich in den österreichischen Erblanden
- zu denen damals auch Südtirol und das Sudetenland gehörten - bestand
der Orden auf Grund seiner Restitution durch das Haus Habsburg fort.
Den Neubeginn markierte dann ein Ereignis im März 1945. P. Walter Horny
OT, ein aus dem Sudentenland stammender Bruder vom Deutschen Haus, wurde aus
dem KZ Dachau befreit. Da ihm die Rückkehr in die sudetendeutsche Heimat
verwehrt war, machte er sich zusammen mit P. Mauritius Feistenhammer OT auf
die Suche nach einer neuen Heimat in Deutschland. Durch die Vertreibung 1946
kamen weitere Ordensbrüder hinzu. Einer von ihnen war P. Ildefons Pauler
OT, der von 1970 bis 1988 Hochmeister
des Deutschen Orden war. Der Bischof von Mainz gestattete 1948 die Gründung
eines Provinzhauses in Darmstadt. So kehrte der Orden nach 140 Jahren wieder
nach Deutschland, in sein ursprüngliches Stammland, zurück. Trotz
der schwierigen Nachkriegszeiten gelang es diesen Brüdern, an die Tradition
des Ordens durch ihren Seelsorgeeinsatz neu anzuknüpfen und sie fortzuführen.
Am 8. Oktober 1958 erwarb der Deutsche Orden dann die zerstörte ehemalige
Kommende Frankfurt/Sachsenhausen zurück. Die historischen Außenmauern
wurden restauriert; im Innern errichtete der Deutschherrenbund einen neuen
Gebäudekomplex.
![]() |
||
Dr. Marian Tumler |
Die neue/alte Kommende wurde am 16. Mai 1965 durch den damaligen H.H. Hochmeister, Dr. Marian Tumler, geweiht, und der Provinzsitz hierhin verlegt. Im Jahre 1990 gründete die Deutsche Brüderprovinz dann anläßlich des 800-jährigen Bestehens des Deutschen Ordens das Deutsch - Ordens - Hospitalwerk, eine gemeinnützige GmbH, durch die an die alte Tradition des Ordens als Träger und Betreiber sozial-caritativer Einrichtungen angeknüpft wurde. 1998 wurde der Deutschen Brüderprovinz dann vom Freistaat Bayern der Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen, weshalb der Provinzsitz nach Weyarn bei München verlegt wurde und die Einrichtung des Deutsch - Ordens - Hospitalwerk in das direkte Eigentum der Brüderprovinz überging. Heute zählt die Deutsche Brüderprovinz 30 Brüder und ist im Altersdurchschnitt die jüngste Ordensgemeinschaft Deutschlands. Die Brüder sind vorwiegend in der Pfarrseelsorge tätig. Daneben betreut die Provinz den Wallfahrtsort Maria-Birnbaum (Sielenbach) und ist Träger zahlreicher sozial-caritaver Einrichtungen im Bereich der Alten-, Behinderten, Sucht- und Jugendhilfe, die organisatorisch unter der Bezeichnung DeutschOrdensWerke geführt werden.
